Verein für Natur- und Vogelschutz Reinach

capLeft

capRight

Aktuelles

Winterausflug zum Gwild, Rheinfelden, 3. Dez.

 

Chronik 2016

 

 

7. April

Der Leiter Landwirtschaft des Zentrums Erlenhof Walter Schluep, meldet zu unserer Freude, dass sich ein Storchen- paar auf dem höher liegenden Horst beim Pferdekoppel niedergelassen hätte. Dies, nachdem es alle vier Horste nacheinander besichtigt habe. Zeitweilig sei sogar ein dritter Storch dabei gewesen. Der eine Storch trägt einen Ring (SH 217 HES). Er schlüpfte im Jahr 2013 auf dem Margarethenschulhaus in Binngen. Der andere Storch ist unberingt.

Meldung VNVR_edited-1

ab 8. April

Die Störche tragen Nistmaterial ein.

17. April

Ein Storch sitzt im Nest (brütet er?). Der andere bringt Zweige.
Die Stimme des Weissstorches ist nur schwach ausgeprägt. Sie begrüssen sich mit dem bekannten Schnabelklappern, festigen auf diese Weise ihre soziale Bindung und markieren damit gleichzeitig ihr Territoriu
m.

1. Mai

Beim Erlenhof findet der Tag der Offenen Bauernbetriebe mit verschiedensten Aktivitäten statt. Es regnet den ganzen Tag und ist kalt. Der VNVR beteiligt sich mit einem Informationsstand. Der Horst befindet sich in Sichtweite. Der eine der Störche brütet offensichtlich und erhebt sich alle 3/4 Std. um die Eier zu kehren.  Der Partner kommt zwischendurch  zum Nest und hält sich dort ca. 2 Std. auf. Beide sind pudelnass. 

Foto: Walter Schluep, 7.4.2016

1. - 16. Mai

Das Wetter ist schlecht. Es regnet teilweise die ganze Nacht stark und auch während des Tages. Der brütende Storch ist dem schlechten Wetter schutzlos ausgesetzt.

Stork 2 May 2016 resized

Foto: Esther Brunner, 14.4.2016

 

 

 

 

 

 

 

18. Mai

Kontrolle IR: Der Storch hat dem schlechten Wetter widerstanden und brütet nach wie vor. Heute scheint die Sonne. Plötzlich steht er auf und putzt sich sorgfältig sein Gefieder (es ist das beringte Individuum). Auch lockert er immer wieder das Nistmaterial. Nach etwa einer Viertelstunde sitzt er wieder ab und bleibt in dieser Position. 

26. Mai

Kontrolle IR: Das Nest wird weiter bebrütet. Überfliegende grosse Vögel wie Krähen und Schwarzmilan werden aufmerksam ins Visier genommen. Als der Storch nach einer Weile aufsteht, ist wiederum der Ring am Bein zu sehen. Wie bei der letzten Kontrolle putzt er während rund zwanzig Minuten ausgiebig sein Gefieder. Auch ein paar Streckübungen können nicht schaden. Zwischendurch lockert er das Nistmaterial und entfernt möglicher- weise Parasiten. Einmal ist klar eine Schluckbewegung zu sehen. Die Jungen scheinen noch nicht geschlüpft zu sein.

Die Bebrütung der Storcheneier dauert 30-32 Tage. Somit sollte der grosse Moment des Schlüpfens nicht mehr allzu weit sein. Störche werden mit drei bis vier Jahren geschlechtsreif. Es dürfte sich beim beringten Individuum also um seine erste Brut handeln.

Plötzlich erscheint der Partner auf dem Horst. Schichtwechsel! Nach einer kurzen Begrüssung mit Schnabelklappern zieht der beringte Storch von dannen, wohl futtern. Der Partner pflegt noch etwas sein Gefieder, lockert das Nistmaterial und setzt sich auf die Eier. 

29. Mai

Das Wetter ist wiederum storchunfreundlich. Es regnet während des ganzen Sonntags und auch während der folgenden Nacht.

 

30. Mai

Kontrolle IR (nur mit Fernglas): Der Storch sitzt im Nest. Ich bemerke keinen Unterschied zu den vorgängigen Kontrollen. Eine Viertelstunde später sehe ich hoch oben am Himmel einen weiteren Storch. In grossen Bögen mit ausgestreckten Beinen kommt er näher und landet wirklich auf dem Horst. Schnabelklappern als Begrüssung! Der brütende Storch zieht sofort ab. Der Partner steht im Nest und jetzt habe ich den Eindruck, er würge Nahrung heraus und füttere. Sind die Störchchen in der Zwischenzeit geschlüpft? Die nächsten Tage werden Gewissheit bringen.... Nun hängt alles vom Wetter ab. Dauerregen und Kälte bedeuten den Tod.

 

30. Mai abends

Die Bestätigung ist eingetroffen: Sie sind da und schon etwa 3-4 Tage alt!

 

4. Juni

Der Regen hat heute eine Pause gemacht. Altvogel sitzt auf dem Nest. Juvenile nicht gesehen.(DiP)

 

5. Juni

Von weitem sehe ich den Altvogel auf dem Nest stehen. Als ich näher dran bin sitzt der Altvogel ruhig auf dem Nest. Keine Juvenile gesehen. Kurzer Regen am Nachmittag. (DiP)
 

 

12. Juni

Altvogel steht auf dem Nest. 1 Jungvogel steht kurz auf und lässt sich wenige Sekunden beobachten bis er sich wieder hinlegt. Hurra, meine erste Beobachtung eines Juvenilen auf diesem Nest. (DiP)
 

 

17. Juni

Nach den immer wieder verheerenden Regenfällen und den Sintflut ähnlichen Niederschlägen der letzten Nacht glückliche Bestätigung, dass ein Storchenküken noch lebt. Unglaublich, was diese Storcheneltern  leisten und aushalten müssen! Bei meiner Ankunft steht ein Altstorch im Nest und pflegt sein nasses Gefieder. Kurz taucht das flaumige Köpfchen eines Küken auf. Ob es mehrere Juvenile gibt? Aber schon wieder zieht ein Gewitter mit kurzem heftigem Regen auf. Der Altstorch beendet seine Gefiederpflege und setzt sich schützend auf das Junge. (IR)

 

17. Juni

Gerhard Brunner hat heute mind. zwei oder drei Juvenile im Nest gesehen (Fernrohr). Er meinte, dass ein Juv einen guten Eindruck machte. Auch war der Kopf weiss.  Das könnte der Juv sein, den ich letztes Wochenende sah. Der zweite Juv machte eher einen schwachen Eindruck und hatte einen brauneren Kopf. Er soll auch kleiner sein. (DiP)

 

29. Juni

Einige Unwetter aber auch Hitzetage später, finde ich die beiden Juvenilen heute alleine im Nest wieder. Sie sind gewachsen und sehen nun mit den ersten schwarzen Federn an den Flügelchen schon wie richtige Störche aus. Bei meiner Ankunft stehen beide im Nest, legen sich aber kurz darauf wieder nieder. Der Stärkere der beiden steht häufig auf und putzt sich wie ein Grosser. Offensichtlich suchen nun beide Elternteile nach Nahrung, um die hungrigen Schnäbel zu stopfen. Nach einer gewissen Zeit sehe ich in der Ferne einen Altvogel. Er kehrt aber nicht zum Nest zurück, sondern landet wohl irgendwo auf der Wiese, um weitere Nahrung zu suchen. Plötzlich bemerke ich, dass beide Elternteile in Richtung Nest fliegen, aber nur der beringte Storch landet dort. Mit zurückgelegtem Kopf und Schnabelklappern werden die Jungtiere begrüsst. Aus dem vollen Kropf wird anschliessend die Nahrung ausgewürgt. Eine Weile bleibt der beringte Storch bei seinen Jungen, zieht dann weg und schraubt sich in die Lüfte. Ich bin neugierig, ob sich die Versorgung auf beide Elternteile gleich verteilt und warte deshalb eine weitere halbe Stunde. Ja, und dann ist er plötzlich da, der unberingte Elternteil und begrüsst seine Jungen ebenfalls mit Schnabelklappern. Er würgt Nahrung aus, wobei sich vor allem das grössere der Jungvögel sehr fordernd verhält und immer wieder an den Schnabel des Vaters (oder der Mutter?) klopft. Der Altvogel zieht ziemlich schnell wieder weg, aber nur bis zum Tümpel. In der Zwischenzeit ist es ziemlich heiss geworden und ich bin gespannt, ob er eventuell Wasser für die Küken holt. Und siehe da, nach wenigen Minuten kehrt er zurück. Aus seinem Schnabel fliesst das Wasser - zum Teil in den Schnabel, wieder vor allem, des grösseren Jungvogels - ein beträchtlicher Teil des Wassers geht aber verloren. Erstaunlich, wie viel Wasser ein Storch transportieren kann!   
(IR)

 

11. Juli

Heute - grosser Tag für die beiden Jungstörche! Sie werden beringt! Ausgeführt wird die Beringung durch Bruno Gardelli, Regionsleiter Nordwestschweiz von „Storch Schweiz“ mit Hilfe der Feuerwehr Reinach. Die Beringung von Störchen erfolgt im Alter von 6 bis 8 Wochen. Dann ist das Fersengelenk dick genug, dass der Ring nicht darüber rutscht, die Störche sind aber noch nicht flügge und können deshalb nicht aus dem Nest abhauen.

Nach einer Pause von rund 80 Jahren kann die Stadt vor der Stadt erstmals wieder offiziell Storchen-Nachwuchs verzeichnen. Die beiden Jungvögel tragen nun die Ringnummern SK 353 HES und SK 354 HES (HE=Helvetia/S=Sempach).

Beringung11072016_Korb_2

24. Juli

Wiedersehen nach längerer Zeit! Die beiden Jungstörche sehen nun schon recht erwachsen aus. Nur die Schnäbel sind erst blass rot. Bald wird sie eine grosse Herausforderung erwarten. Sie werden flügge (normalerweise im Alter von etwa zwei Monaten). Das heisst, dass jetzt intensiveres Beobachten angesagt ist. Zufälligerweise entdecke ich sehr hoch oben am Himmel etwa 20 kreisende Weissstörche, die später Richtung Süden davon segeln. (IR).

27. Juli

Die beiden stehen nach wir vor geduldig auf ihrem Nest. Wie vor drei Tagen ist kein Elternteil zu entdecken (IR).

Foto: Barbara Saladin, 11.07.2016

2. August

Die beiden Jungstörche haben den 1. August unbeschadet überstanden. Ich bin erleichtert, sie auf dem Horst anzutreffen.  Wie bereits in den vergangenen Tagen zeigt sich immer das  gleiche Bild. Der stärke Jungvogel steht und das Nesthäkchen sitzt. Der kleinere Jungvogel hinterlässt nach wie vor einen eher verletzlichen Eindruck. Dem Alter nach sollten sie nun flügge sein. Vielleicht haben sie schon den einen oder anderen Ausflug in die nähere Umgebung gewagt? Nach der Flugfähigkeit versorgen die Eltern ihre Jungen noch zwei bis drei Wochen mit Nahrung, bevor sie im Alter von etwa zweieinhalb Monaten ganz selbständig sein sollten. (IR)

Beringung11072016_beringt5_for_web

6. August

16:15-17:00: Beide Jungvögel sind im Horst. Sie pflegen ihr Gefieder. Plötzlich ducken sich beide und fächern mit ihren Flügeln. Im ersten Augenblick interpretiere ich es als Flugtraining, kurz darauf landet aber der beringte Altvogel im Nest.  Zu meiner Befriedigung füttert er den kleineren Jungvogel direkt aus seinem Kropf in den Schnabel. Anschliessend würgt er eine beträchtliche Menge an Nahrung ins Nest, wobei sich der Kleinere nochmals ausgiebig bedient. Vom Alter her sollten sie spätestens Mitte August selbständig sein. Nun wird es nochmals spannend. (IR)

 

Um 20:15 Uhr sassen die beiden Storchen-Jungvögel noch in ihrem Geburtsnest beim Erlenhof. Ein weiterer Adulter stand auf dem neuen Kunstnest auf der Pappel bei der Schreinerei.(DiP)

Foto: Barbara Saladin, 11.07.2016

12. August

Bei meiner Ankunft merke ich sofort, dass nur noch ein Jungstorch auf dem Horst steht. Es wird der kleinere sein. Bald danach bemerke ich den anderen in der Wiese stehen unterhalb des Horsts. Er steht einfach da und beobachtet die Umgebung. (IR)

 

14. August

Heute steht der eine Jungvogel immer noch im Horst. Vom ausgeflogenen Jungvogel ist keine Spur mehr zu sehen. Da er jetzt selbständig ist, muss er selbst sein Futter suchen und hat sich möglicherweise anderen Störchen angeschlossen. Wann wird der Nachzügler den Flug in die Freiheit (und in die Selbstverantwortung...) ebenfalls wagen? (IR)

 

16. August

Der Nachzügler steht immer noch im Nest. In der frisch gemähten Wiese beim Erlenhof staksen 3 Störche. Ich gucke auf ihre Beine und sehe, dass ein Storch unberingt ist, die beiden anderen tragen Ringe. Somit liegt die Vermutung nahe, dass es sich um "unsere Familie" handelt, d.h. der bereits ausgeflogene Jungstorch sucht zusammen mit seinen Eltern nach Futter. Eine schöne Beobachtung! Etwas weiter weg im Acker stehen nochmals 3 Störche. Diese sind aber alle beringt. Jetzt warten wir auf den Ausflug von Benjamin. (IR)

 

17. August

Benjamin schätzt offensichtlich das Hotel Mamma. Er ist immer noch da.

 

20. August

Wie Walter Schluep, Erlenhof, mitteilt, hat nun auch Benjamin den Ausflug gewagt. Zeitweise sassen noch zwei Störche auf dem Horst. Es dürften sich um die beiden Geschwister gehandelt haben, welche nach ihren Ausflügen das heimatliche Nest aufsuchten (IR).

 

28. August

Heute Kontrolle. Der Horst ist verlassen. Wir wünschen Eltern und Jungen eine gute Reise in den Süden und hoffen auf ein Wiedersehen mit den Altvögeln im Frühling 2017. Und übrigens - bei dieser Gelegenheit oberhalb des Erlenhofs einen Feldhasen gesehen, welcher über den Acker hoppelte (IR)

 

 

 

 

 

IR: Irene Rüegg
DiP: Fabio Di Pietro

 

 

 

 

footerCapLeft

[Home] [Unser Verein] [Programm] [Jugendgruppe] [Projekte] [Schwalbe] [Weissstorch] [MSH] [Quartierpläne] [Beobachtung] [SOS/Infos] [Fotos] [Kontakt]

footerCapRight