Weissstorch Chronik 2020

12. Juli: Den Jungstörchen geht es gut

Sie waren in den letzten zwei Wochen oft mit vielen anderen Störchen (12 bis 29 Individuen) zwischen dem Schürfeld Aesch und dem Schlattfeld zu sehen (Storchen-Territorium). Seit zwei Tagen waren sie meistens alleine und heute waren sogar nur die beiden Altstörche dort. Es war schön zu beobachten, wie Sophia und Kuno(a) stets zusammen unterwegs waren (TD).

 

24. Juni: Die beiden Jungstörche sind flügge geworden  

Als ich ankam, war das Nest leer. In der Ferne sah ich auf einer frisch gemähten Wiese einige Störche. Sofort machte ich mich dorthin auf den Weg. Vom Weg aus zählte ich 11 Störche und drei Reiher. Die Distanz war zu gross, um die Ringe zu erkennen. Nach einigen Fotos pirschte ich mich dem Hag entlang näher an die Störche heran. Ich konnte in der Gruppe Sophia und Kuno gut erkennen. Sie waren die beiden einzigen Juvenilen mit noch leicht schwarzem Schnabel. Die Ringe waren mit Kot verschmiert und nur derjenige von Sophia knapp lesbar. Gerne wäre ich noch etwas näher an die Störche herangegangen, doch zwei Jogger verhinderten dies. Zuerst flogen die drei Reiher weg und dann auch die Störche. Direkt vor der Sonne zogen sie noch einige Kreise bevor sie in verschiedene Richtungen wegflogen. Sophia und Kono steuerten direkt das Nest an und die beiden Altstörche landeten auf dem Nest bei den Gärten, wo sie lange Zeit blieben. Das Erlenhof-Team informierte mich, dass der erste Jungstorch bereits am 21. Juni seinen ersten Flug unternommen hatte. Ich denke, es war Kuno. Da die Juvenilen bei meiner Anwesenheit am Sonntag  immer schön im Nest sassen, bemerkte ich den Ausflug nicht. Gestern haben dann beide Jungstörche das Nest verlassen und so einen weiteren Schritt in ihre Selbständigkeit getan. Ich kann den beiden nur sehr viel Glück wünschen (TD).

 

21. Juni: Familienleben

Heute Nachmittag war ich - wo wohl? - bei den Störchen. Dabei ist mir eine Aufnahme geglückt, wie ich sie gerne mag und die für 2020 bald Seltenheitswert haben wird. Mama Storch, Kuno und Sophia waren auf dem Nest, da kommt Papa Storch angeflogen und bevor er richtig gelandet ist, fliegt Mama Storch schon weg (TD).

 

20. Juni: SM 501 und SM 502 sind beides junge Weibchen

Störche werden erst mit drei bis vier Jahren geschlechtsreif. Das Geschlecht ist nur sehr schwer zu unterscheiden, meistens ist der Schnabel des Männchens etwas länger und stärker, als bei dem Storchenweibchen. Außerdem kann man die Geschlechter bei der Paarung unterscheiden. „Das Storchenmännchen ist bei der Kopulation der obere Storch“. Weil Seraina Meister, Doktorandin des Zoos Basel, die beiden Jungstörche anlässlich der Beringung untersucht und auch Blut abgenommen hat, liess sich das Geschlecht nun schon früh und sicher bestimmen. So sagt es zumindest ein Attest des Instituts für Molekulare Diagnostik Bielefeld aus. Ähnlich wie es dem ersten mit einem Sender ausgerüsteten Weissstorch “Max” im Jahr 1999 erging, ist also unser Storch “Kuno” ein Weibchen. Erst nach drei Jahren wurde seinerzeit klar, dass es sich bei Max um ein Weibchen handelte. Der Name wurde jedoch nicht mehr geändert, so wie auch bei uns ein Weibchen “Kuno” ausfliegen wird. Übrigens: Störchin “Max” flog in ihrem Leben insgesamt über 60'000 Kilometer und zog über Jahre viele Nachkommen auf. Im Dezember 2012 wurde sie tot in Spanien aufgefunden (TD).

 

19. Juni: Auch Sophia springt

Heute hat nun auch Sophia kräftig geübt und ihre Hüpfer waren fast so hoch wie die von Kuno. Die Tage des Sitzens im Nest werden bald der Vergangenheit angehören. Die Wettervorhersage für die nächste Woche ist gut und so stimmt alles für die ersten Flugstunden (TD).

 

18. Juni: Kuno wagt die ersten Sprünge

Kuno zeigt Papi, wie er hüpfen kann. Als Papa Storch weggeflogen war, hat Kuno einen Supersprung gewagt und ist punktgenau gelandet. Diese Flugübungen sind notwendig, damit die Muskulatur gestärkt wird. Sophia zeigt sich noch etwas verhaltener (TD).

 

6. Juni: Die ganze Familie hat die Beringung gut überstanden

Kuno trainiert eifrig die Flugmuskulatur (TD).

 

5. Juni: Heute ist der grosse Tag

Die beiden Jungstörche werden beringt, wie üblich durch Bruno Gardelli von der Gesellschaft Storch Schweiz und verantwortlich für die Nordwestschweiz. Ausnahmsweise werden die beiden Jungstörche dem Horst entnommen und durch die Doktorandin des Zoos Basel Seraina Meister med.vet. auf Parasiten untersucht. So bekommen alle Anwesenden für einmal die Gelegenheit, 7-wöchige Jungstörche aus der Nähe zu erleben. Gleichzeitig erfolgt “die Taufe” durch Patin Brigitte Häner (SM 502, Name Kuno) und durch die Paten Irène und Toni Dürrenberger (SM501 Sophia).

 

1. Juni: Die Jungstörche wachsen kräftig und es geht ihnen gut

Seit ein paar Tagen gehen beide Eltern gleichzeitig auf Futtersuche und man sieht sie kaum mehr beim Nest. Die Jungstörche müssen selber auf sich aufpassen und üben kräftig mit den Flügeln. Sie haben schon gute Manieren und stellen sich an den Nestrand, um ihr Geschäft zu verrichten. Einer ist etwas grösser und auch aktiver. Manchmal spendet er dem Kleineren bereits Schatten und stupst ihn an, er solle aufzustehen und sich bewegen (TD).

 

22. Mai: Aus den Jungstörchen sind Teenager geworden

Den Jungstörchen geht es gut und Papa Storch scheint mächtig stolz auf sie zu sein. Wie bei Teenagern üblich, wachsen sie unglaublich schnell und sehen jetzt schon erwachsenen Störchen ähnlich. Allerdings mit noch etwas kurzem Schwanz und daher noch nicht sehr elegant (TD).

 

14. Mai: Ein vierter Jungstorch hat es nicht geschafft

Welch ein Segen für die Störche, dass der gestrige grosse Regen vorbei ist und heute eine zwar kühle, aber doch trockene Witterung herrscht! Heute Nachmittag musste ich mich unbedingt über den Gesundheitszustand der beiden Jungstörche vergewissern, nachdem laut Meldung von Toni Dürrenberger gestern Mittag noch alles ok war. Dazwischen floss viel Wasser vom Himmel, was sicherlich für die Bäume gut war, aber nicht für Jungstörche. Um 15.15 Uhr bot sich mir beim Horst das folgende Bild: Vater Storch stand ziemlich zerzaust im Horst und pflegte ausgiebig sein Gefieder. Das ist wesentlich, damit die Elterntiere, gewappnet gegen neue Regengüsse, ihren Jungen gute Deckung bieten können. Ich wartete ungefähr 20 Minuten bis am Horizont ein grosser Vogel auftauchte. In der Tat handelte es sich um Mutter Storch, welche kurze Zeit danach auf dem Horst landete. Es erfolgte eine kurze gegenseitige Begrüssung mit Schnabelgeklapper. Vater Storch verliess sofort das Nest. Ich wartete sehr gespannt, was nun folgen würde und siehe da, der erste Jungstorch bettelte die Mutter an und kurz danach der zweite. Sie schienen gesund und kräftig. Beide hatten also das schlechte Wetter überlebt – welche Erleichterung! Gestorben ist am 12. Mai allerdings nochmals ein kleines Geschwister. Wieder hatte ein Passant den toten Vogel unter dem Horst gefunden. So waren also insgesamt vier Jungstörche geschlüpft! Die Natur scheint grausam, aber um ihren Herausforderungen gewachsen zu sein, macht es Sinn, dass zwei starke Jungstörche überleben statt vier schwache (IR).

 

10. Mai: Ein dritter Jungstorch hat es nicht geschafft

Heute Sonntag um 9.40 h bekam ich ein WhatsApp von Mirjam (Landwirtschaft Erlenhof), ein Wanderer habe unter dem Nest einen toten Jungstorch gefunden. Mein Puls war auf 200! Laut Rückfrage hat der Wanderer den Kadaver in einen Robidog-Sack gesteckt und in einem Robidog Abfalleimer entsorgt. Ich bat Mirjam, diesen doch bitte herauszuholen, was sie auch sofort tat. Beim Erlenhof angekommen, gab mir ein erster Augenschein die Hoffnung, dass es sich möglicherweise um einen kleineren, dritten Jungstorch handeln könnte. Aber erst als sich nach fast 40 Minuten im Nest auch der zweite Jungstorch zeigte, senkte sich mein Puls. Den beiden kräftigeren Jungstörchen scheint es gut zu gehen. Es sind also doch drei Küken geschlüpft, wobei das kleinste offenbar nicht lebensfähig war. Wir hoffen, dass die beiden älteren den nassen Kälteeinbruch überleben und die Tragödie des toten Geschwisters die einzige bleibt in dieser Brutsaison (TD).

 

8. Mai: Die Sorgen sind gross

Heute Nachmittag konnte ich beobachten, wie der Storch Erde in das Nest bringt. Diese “Polsterung” ist trügerisch. Sie hat im letzten Jahr dazu geführt, dass der Horstboden völlig abgedichtet war und das Wasser nicht mehr abfliessen konnte. Wenn es länger regnet, wird dies zur Gefahr für die Küken (TD).

 

1. Mai: Zwei Jungstörche zeigen sich

Ich war heute am späten Nachmittag im Erlenhof und habe längere Zeit das Storchennest beobachtet und siehe da, zwischendurch zeigten sich zwei Jungstörche(TD).

 

27. April: Das erste Schnäbelchen ist zu sehen

Heute konnte ich das erste Mal ein kleines Schnäbelchen fotografieren. Ob sich noch mehr im Nest verstecken? Die nächsten Tage werden es zeigen (TD).

 

19. April: Die Jungstörche sind geschlüpft

Gestern Nachmittag war ich bei den Störchen. Zuerst passierte über eine lang Stunde nichts. Ein Storch lag im Nest. Dann kam endlich Frau Storch angeflogen und es kam Leben ins Nest. Nach einer kurzen Begrüssung mit Klappern, begann die Störchin den Storch mit dem Schnabel anzustupsen, als wollte sie sagen: "Steh endlich auf und lass mich sehen!". Als sich der Storch dann erhob, begann die Störchin mit Futter hervorwürgen und ich hatte den Eindruck, sie füttert (TD).

 

3. April: Der Storch-Vater brütet

Als ich heute um 15 Uhr ankam, sass ein Storch auf den Eiern. Nach einer Weile erhob sich der Storch. Dadurch konnte ich erkennen, dass er einen Ring trug - also Storch-Vater himself. Sorgfältig wendete er die Eier und setzte sich anschliessend wieder. Frau Storch konnte ich nirgends entdecken (IR).

 

20. März: Arbeitsteilung beim Brüten

Heute Nachmittag bei meiner Ankunft kam die Storchenfrau über mein Auto geflogen und landete auf dem Feld beim Bach. Gestört durch den Traktor von Markus Tschan (Landwirt Erlenhof) flog die Störchin zurück ins Nest. Während der ganzen Zeit sass der Storchenmann auf den Eiern. Die Störchin brachte ihrem Partner eine kleine Zwischenverpflegung, dann stellte sie sich auf das Nest, putzte sich und fragte sich möglicherweise, ob in diesem Jahr alles gut kommen würde. Ich wünsche es mir von Herzen (TD).

 

17. Die Störche brüten

Es läuft alles nach Plan. Seit heute brüten die Störche! Vorher gingen beide oft gemeinsam zur Futtersuche. Nun sitzt immer ein Storch im Nest und steht nur auf, um die Eier zu wenden oder für die Ablösung (TD).

 

20. Februar: Ankunft der Partnerin

Am 20. Februar ist auch die Partnerin von SH217 im Erlenhof eingetroffen. Markus Tschan vom Erlenhof benachrichtigte mich. Ich fuhr noch am selben Abend zum Erlenhof und konnte feststellen, dass der Storch keinen Ring trägt. Oben im Horst klapperte das Männchen Willkommensgrüsse. Am nächsten Tag machte ich Bilder. Die beiden Störche müssen sich gut kennen. Für mich besteht kein Zweifel, dass die Störchin der letzten Jahre zurückgekehrt ist. Die beiden gehen zusammen auf Futtersuche, klappern zusammen und noch kein Tag ist vergangen und bereits erfolgte die erste Paarung (TD).

 

10. Februar: Ankunft von SH 217

Gestern Abend erhielt ich ein WhatsApp von Walter Schluep, ein Storch stehe im Horst. Heute kurz vor Mittag war ich dort und meine Freude war unermesslich! Unser Storchenmann SH 217 sass trotz heftigem Wind auf dem Nest (TD).

 

6. Februar: Fehlalarm

Heute Nachmittag war ich erneut im Erlenhof und um 15.20 kamen zwei Störche angeflogen. Nachdem sie gelandet waren und ich den Ring „DER A9621“ des einen Storchs ablesen konnte, war klar, dass es sich um die Störche aus dem neu erstellten Nest in Aesch handelte. Das Futterangebot auf der Weide beim Storchennest Erlenhof muss sehr gut sein. Kaum waren die Störche da, gesellten sich schnell fünf Graureiher dazu (TD).

 

5. Februar: Erste Aufregung

Gestern erhielt ich die Meldung, unter dem Horst hätten zwei Störche auf der Wiese nach Nahrung gesucht. Im Nest selber wurden keine Störche gesichtet (TD).

 

29. Januar: Vorbereitungen

Im Mai 2019 sind die drei Jungstörche des Storchenpaares nach kalten, nassen Tagen gestorben. Toni Dürrenberger, der die Störche sehr oft beobachtet und fotografiert hatte, äusserte den Verdacht, dass der Horstboden möglicherweise so stark verdichtet war, dass das Wasser nicht mehr ablaufen konnte. Der Horst musste also zwingend vor der Ankunft der Störche 2020 einer Kontrolle und eventuell einer Reinigung unterzogen werden. Die Feuerwehr Reinach stellte sich sofort und unkompliziert für diese Aktion zur Verfügung und mithilfe des Skyworkers wurde der Horst am 29. Januar inspiziert. Dass eine Reinigung dringend notwendig ist, war sofort klar. Der Horst war bis oben mit Lehmerde gefüllt und auf dem Rand wuchs Gras! Zur Erinnerung: Toni beobachtete und fotografierte 2019 die Störche, wie sie aus dem Ziegenstall Stroh mit Mist zur Ausbesserung des Horstes trugen. Toni säuberte also das Nest mittels Hacke und Locheisen (siehe auch seinen Bericht unter https://www.vnvr.ch/aktivitäten-1/berichte/). Gemäss Empfehlung von Storchenspezialist Bruno Gardelli werden wir auf der Wiese des Erlenhof-Geländes einen Haufen mit dünneren Ästen aufhäufen, damit sich die Störche selbst mit sauberem Material bedienen und ihren Horst nach ihrem Gutdünken ausbessern können.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Legende:

TD      Toni Dürrenberger

DiP      Fabio Di Pietro

IS        Ines Schauer

IR        Irene Rüegg