Weissstorch Chronik 2021

 

8. April, 18 Uhr: Was geschieht hier?

Im Schreinereihorst sitzt ein Storch, als ob er brüten würde... (GB)

 

8. April, 15 Uhr: Kontrolle

Nach ein paar Tagen Unterbruch fuhr ich heute zur Kontrolle zum Erlenhof. Der Schreinereihorst war nicht besetzt. Von weitem bemerkte ich, dass auf dem Pappelhorst ein Storch aufrecht stand. Beim näherkommen setzte er sich und brütete weiter. Wahrscheinlich hatte er gerade die Eier gekehrt. Ich hatte die Gelegenheit, eine kurze Unterhaltung mit Walter Schluep, Mitarbeiter des Erlenhofs, zu führen. Er bestätigte, dass sich nach wie vor ein dritter Storch auf dem Schreinereihorst befände und sich immer wieder mit Schnabel klappern bemerkbar mache. Wahrscheinlich hoffe er immer noch auf eine durchziehende nicht liierte Störchin. Ich blieb noch etwas in der Erlenhof-Umgebung, sichtete aber nebst dem brütenden keinen zusätzlichen Storch. Laut Aussage Walter Schluep soll in Therwil gerade ein Feld gepflügt werden und eine ganze Anzahl Störche würden sich im Moment dort aufhalten (IR).

 

5. April:  Schreinereihorst immer noch besetzt

Heute landete ein Storch unter grossem Klappern auf dem Schreinereihorst und stocherte an der Unterlage. Der Horstboden ist zu einem Drittel nicht aufgefüllt. Während der folgenden halben Stunde landete kein weiterer Storch. Beim alten Pappelhorst wird weiter gebrütet (GB).

 

30. März: Amouröses Abenteuer der Storchenmutter?

Nach der spannenden Meldung von gestern bin ich heute Nachmittag zum Erlenhof gefahren, um mit eigenen Augen zu sehen, was vor sich geht. Angetroffen habe ich folgende Situation: Im alten Horst auf der Pappel war einer unserer Störche am Brüten. Auf der Wiese suchte ein zweiter Storch nach Futter, aber zu weit weg, als dass ich einen Ring hätte erkennen können. Plötzlich flog er auf, aber entgegen meiner Annahme, dirigierte er sich nicht in Richtung Pappel-Horst beim Pferdestall, sondern in die andere Richtung und… flog auf den Schreinereihorst, wo er von einem anderen Storch mit Schnabelklappern begrüsst wurde. Eine ganze Weile standen die zwei da oben beieinander. Meine Suche mit Fernglas nach einem vierten Storch in der Umgebung blieb erfolglos. Plötzlich flog der eine Storch vom Schreinereihorst wieder weg in Richtung Weiher, wo er für meine Sicht eine Weile verborgen blieb. Ich stellte mir vor, dass er dort vielleicht nach Zweigen für das Nest suchen könnte und begab mich mit dem Rad dahin. Als ich ankam, tauchte der Storch eben aus der Weihermulde auf und ich konnte erkennen, dass er keinen Ring trug. Er suchte weiter nach Futter und flog nach einer Weile nicht in Richtung Schreinereihorst zurück, sondern zum bebrüteten Nest, wo er, bzw. sie, ebenfalls mit Schnabelklappern empfangen wurde! Es handelte sich also um unseren Mutterstorch, welcher das Männchen beim Brüten ablöste und zwischendurch mal rasch mit einem anderen flirtete. SH217 blieb bei ihr im Nest stehen. Nun frage ich mich, ob es sich beim Storch auf dem Schreinereihorst um den 

zurückgekehrten Rivalen handeln könnte, mit welchem das Weibchen bei der Ankunft am 18. Februar den neuen Horst auf dem Pferdestall bezogen hatte und welcher von SH217 bei seiner Rückkehr am 22. Februar vertrieben wurde. Dies alles spielte sich innerhalb ca. einer Stunde ab. Einen vierten Storch konnte ich nie erblicken. Immerhin nehme ich an, dass der Bruttrieb in der Zwischenzeit genügend ausgeprägt ist, so dass das Weibchen den Annäherungsversuchen eines Rivalen von SH217 widersteht, der zudem nicht mal ein gepolstertes Nest anbieten kann. (Wir erinnern uns an das Jahr 2017, in dem das Weibchen plötzlich auf Nimmerwiedersehn verschwand und SH217 die ganze Brutsaison verlassen in seinem Revier blieb...). Als ich den Ort verliess, sass der dritte Storch immer noch im Schreinereihorst. Es bleibt also spannend (IR).

 

29. März:  Zwei neue Störche?

Ich komme gerade vom Erlenhof. Einen Storch habe ich auf dem Schreinereihorst auch gesehen. Ein zweites Paar im Erlenhof wäre wunderbar (DiP).

 

29. März: Ein zweites Storchenpaar beim Erlenhof?

Die Meldung von Gerhard Brunner (GB) lässt unsere Herzen höher klopfen: Beim Erlenhof scheint sich ein zweites Paar eingefunden zu  haben. Das neue zweite Paar steht auf dem künstlichen Horst östlich der Schreinerei (beim Dorfbach). Falls sie sich einig sind, fehlt nur noch das Nistmaterial.

 

26. März: Die Störche brüten

Nach längerer Zeit habe ich heute dem Erlenhof einen Besuch abgestattet. Die Störche scheinen am Brüten zu sein. Mehrheitlich ist es der Storchenmann, der auf den Eiern sitzt. Das Weibchen ist oft unterwegs um Futter zu suchen. Wann sie mit der Brut begonnen haben, weiss ich nicht. Das Paar hat das Nest schön ausgebaut und es sieht sehr solide aus. Bei den Wasserlöchern sind Schwarzkehlchen und Goldammer zurückgekehrt (TD).

Der Brutverlauf dürfte zeitlich demjenigen von 2020 ähneln. Brutbeginn 2020: 17. März, Schlüpfen 2020: 19. April (Anmerkung IR). 

 

12. März: Der Nestausbau geht weiter

Ich (IR) traf die beiden Störche heute Futter suchend auf der Wiese vor dem Pferdestall an. Nach einer gewissen Zeit flog ♂SH217 mit vollem Schnabel auf den Pappelhorst und polsterte das Nest mit dem mitgebrachten Material. Etwas später folgte das Weibchen, ebenfalls mit Nistmaterial im Schnabel. Im Gegensatz zum Männchen flog sie aber eine Schlaufe hinter dem Pferdestall durch, wohl um einen besseren Anflug zum Nest zu haben. Rings um den jetzt benutzten Horst sind Äste gewachsen, die den Anflug erschweren. Trotzdem hat das Storchenpaar als Nistort definitiv die Pappel gewählt und nicht einer der neuen komfortableren Dachhorste mit freiem Anflug. 

 

7. März: Doch nicht aufs Dach

Eben hatte ich (IR) die Meldung an das Wochenblatt abgeschickt, dass unser Reinacher Storchenpaar wieder glücklich vereint und der Umzug auf das Dach problemlos erfolgt sei. Weil seit dem 22. Februar doch einige Zeit vergangen war, beschloss ich, die Störche beim Erlenhof zu besuchen. Überraschung! Beide befanden sich zufrieden im Horst, aber nicht etwa auf dem Dach, sondern auf der Pappel! Das Paar hatte den zweiten unteren Weidenhorst bezogen, welcher anlässlich der Neuinstallation nicht weggeräumt worden war, da in all den Jahren unbenutzt. ♂SH217 hatte sein Weibchen zurückerobert und sah keinen Grund, in den komfortableren Dachhorst umzuziehen. Sein gewohnter Standort ist der Baum, basta. Nun sind die neuen Horste wieder verwaist, es sei denn, sie werden von ziehenden Störchen entdeckt und besiedelt.

 

22. Februar: Ankunft von SH 217

Welch freudige Überraschung! Nach vergeblicher Suche nach dem Mauerläufer bei der Burgruine Pfeffingen und den Felsen in Grellingen machten Ge, IR und DiP noch einen Abstecher zum Erlenhof. Bei der Ankunft sahen wir auf Anhieb zwei Störche beim Futter Suchen auf der Wiese unter dem Horst. Die Spannung stieg, als wir mit dem Feldstecher feststellten, dass einer davon einen Ring trägt. Durch Fabios Fernrohr war undeutlich, aber sicher zu erkennen – es ist SH 217! Das Storchenmännchen muss gestern oder heute angekommen sein und seinen unberingten Rivalen in die Flucht getrieben haben. Unser Reinacher Storchenpaar ist wieder vereint! Wir warten gespannt, was kommen mag. 

 

18. Februar: Ein neues Storchenpaar?

Ein zweiter Storch hat sich eingestellt. Das Paar scheint komplett. Es freut uns zwar, dass der umplatzierte Horst gleich Anklang gefunden hat, aber auch beim zweiten Storch handelt es sich nicht um ♂SH217. Wir sind besorgt und warten weiter, was sich noch ereignen wird. 

 

16. Februar: Erste Aufregung

Heute erhielten wir vom Erlenhof die Meldung, dass ein erster Storch auf dem neuen Horst eingetroffen sei. Sofort überprüfte TD die Situation und stellte fest, dass es sich um ein Individuum ohne Ring handelt. „Unser“ Weibchen der vergangenen Brutsaisons? Wo aber bleibt ♂SH217?.

 

8. Januar: Zwei neue Nester für die Störche

Seit dem Jahr 2016 sind auf dem Pappel-Horst beim Erlenhof 5 Jungstörche von unserem  Storchenpaar SH217 (♂)/ohne Ring (♀) aufgezogen und flügge ins Leben entlassen worden. Leider ist Pappelholz nicht sehr langlebig. So befürchtete der Erlenhof seit längerem, dass der Horst tragende Stamm früher oder später zusammenbrechen könnte. Seitens des Erlenhofs war klar, dass bei einer Fällung der Pappel der Storchenhorst an einem alternativen Standort in der Nähe wieder angeboten wird. In Gesprächen mit Verwaltung, Landwirtschaft und dem VNVR wurde das Dach des Pferdestalls als günstigen Standort ausgemacht. Der freie Anflug ist gewährleistet, ebenso die Nähe zum alten Horst. Zu unserer Freude schlug der Erlenhof das Anbringen von sogar zwei neuen Nestern vor. So erstellte die Erlenhof-Schlosserei während des Winters  zwei Horst-Gestelle und unser Storchenvater Toni Dürrenberger baute zusammen mit seinem Bruder die Holzplattformen für die Weidenhorste. Heute nun wurden die beiden Nester zeitgerecht auf dem Dach montiert. Aus Dankbarkeit für den Rettungseinsatz beim Baustellengraben Trinkwasserleitung an der Hohlen Gasse, wo VNVR-Freiwillige während 12 Tagen Hunderte Amphibien aus der Grube retteten, haben wir vom Wasserwerk Reinach und Umgebung  einen namhaften Beitrag an die Kosten für den Storchenhorst-Umzug erhalten. Zusammen mit dem Budgetbeitrag des VNVR, mit Hilfe des Erlenhofs  und dem Freiwilligeneinsatz von Familie Dürrenberger konnten so für unsere Störche gleich zwei neue Nester finanziert werden. Allen Beteiligten sei an dieser Stelle herzlich gedankt. Wir hoffen nun auf die Wiederkehr unseres Paares in naher Zukunft und auf einen komplikationslosen Umzug. (IR)

 

 

Legende:

TD      Toni Dürrenberger

DiP      Fabio Di Pietro

IS        Ines Schauer

IR        Irene Rüegg